Grundstück ist verkauft

Wie geht's mit der Schubotz-Mühle weiter?

Das Grundstück in Westercelle ist verkauft. Die Schubotz-Mühle könnte schon bald abgerissen werden. Was an der prestigeträchtigen Stelle entstehen soll.

  • Von Marius Klingemann
  • 04. Mai 2022 | 13:58 Uhr
  • 12. Juni 2022
  • Von Marius Klingemann
  • 04. Mai 2022 | 13:58 Uhr
  • 12. Juni 2022
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Westercelle.

"Eine wirklich universelle Einkaufsquelle", "schönes Geschäft mit fachkundiger Beratung", "herrliche Kindheitserlebnisse" – diese und viele weitere Erinnerungen finden sich in den sozialen Medien, wenn es um die Schubotz-Mühle geht. Die Gegenwart sieht hier, an der Ecke Hannoversche Heerstraße/Westerceller Straße, jedoch um einiges trister aus. Getreide wird in der Mühle seit Anfang 2019 nicht mehr gemahlen, auch der Vor-Ort-Verkauf inklusive Gartenbedarf sowie der Kutschverleih sind Geschichte.

Die Frage, die sich beim Blick auf das markante Gelände unweigerlich auftut: Wie geht es damit weiter? Vor etwas mehr als drei Jahren hat Familie Schubotz – ohne offizielle Angabe von Gründen – den Betrieb eingestellt, seitdem herrscht Leerstand. Wegen der "attraktiven Verkehrslage" erwarte man, dass "perspektivisch eine andere Nutzung realisiert wird", hieß es damals von der Stadt Celle . Zu sehen ist davon bis dato nichts.

Schubotz-Mühle: Grundstück ist verkauft, Baugenehmigung steht an

"Es ist schon ein anspruchsvolles Grundstück", meint Nils Borgerding von Engel & Völkers auf CZ-Anfrage. Die Immobilienfirma selbst war mit ihren Bemühungen offenbar nicht erfolgreich, Borgerding sagt allerdings: "Die Mühle wurde unseres Wissens im vergangenen Dezember verkauft." An wen, sei ihm nicht bekannt: "Familie Schubotz wollte mir dazu keine näheren Informationen geben, was auch legitim ist."

Nach wie vor "nicht den attraktivsten Eindruck" mache das Gelände im momentanen Zustand, bekräftigt Stadtsprecherin Myriam Meißner. Eine Neubebauung sei nun jedoch geplant: "Ein positiver Vorbescheid ist bereits erteilt, mit einer Baugenehmigung kann in den nächsten Wochen gerechnet werden."

Westercelle: Familie Schubotz äußert sich nicht zur Mühle

Weitere Details scheint Westercelles Ortsbürgermeisterin Kathrin Fündeling (CDU) zu kennen – "soweit ich weiß, ist an der Stelle ein Altersheim geplant", sagt sie im Telefonat. Das endgültige Verschwinden der Schubotz-Mühle in diesem Zusammenhang wäre "natürlich schade, schließlich war sie lange Jahre ein Mehrwert für den Stadtteil". Andererseits würden aber Unterbringungen für Senioren benötigt.

Die Nachfrage bei Müllermeister Harald Schubotz bringt keine finalen Erkenntnisse. "Wir möchten uns zu den Entwicklungen aktuell nicht äußern", sagt er. Das Ganze sei schließlich eine Familienangelegenheit – und damit Privatsache.

Celler verbinden Erinnerungen mit Schubotz-Mühle

Die Mühle wurde 1951 errichtet, war zuletzt die einzige im Landkreis, die noch Mehl und Schrot für Bäckereien herstellte. "Ich habe 2019 mit das Licht ausgemacht", berichtet eine Facebook-Nutzerin, die nach eigener Aussage elf Jahre lang vor Ort im Laden gearbeitet hat: "Da kamen schon Emotionen hoch." Was bliebe, seien die Erinnerungen – etwa daran, als der Schubotz-Betrieb 2010 als letzter in ganz Celle noch Streusalz gehabt habe, oder an stattliche Futter-Einkäufe von Filmtierpark-Chef Joe Bodemann aus Eschede.

Was vorerst geblieben ist, sind verlassene Räume und wenig charmante Stacheldraht-Optik. Eine Einladung zum unbefugten Betreten ist das nicht: "Hausfriedensbruch kann strafrechtlich verfolgt werden", betont Stadtsprecherin Meißner.