Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Celle Stadt Atempause mit Gulaschsuppe in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Atempause mit Gulaschsuppe in Celle
19:29 06.12.2015
Beim Nikolausessen der Celler Diakonie in der Stadtkirche gaben die Helfer der Einrichtungen Gulaschsuppe und Kürbissuppe an ihre Gäste aus.
Beim Nikolausessen der Celler Diakonie in der Stadtkirche gaben die Helfer der Einrichtungen Gulaschsuppe und Kürbissuppe an ihre Gäste aus. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Währenddessen staut sich der Verkehr in den Zufahrtsstraßen. Nervöse Parkplatzsucher bugsieren ihre Fahrzeuge in schmale Lücken, dahinter wird schon gehupt. Kurze Geduldsfäden und lange Einkaufslisten – man nennt es Vorweihnachtszeit.

Keine Frage, eine kleine Auszeit, ein bisschen Stille würde so Manchem jetzt guttun. Nur wenige Meter vom Epizentrum der vorweihnachtlichen Betriebsamkeit entfernt gibt es dafür Gelegenheit. Die Stadtkirche ruft zur „Atempause im Advent“ auf. In einer halbstündigen Andacht kann man bei Orgelklängen und besinnlichen Texten zur Ruhe kommen. An diesem Abend will man jedoch den Gekommenen nicht nur „ein Stück Zeit“ schenken, wie Superintendent Hans-Georg Sundermann sagt. Vielmehr lädt die Diakonie Celle im Anschluss zu ihrem traditionellen Nikolausessen ein.

Nach der seelischen Nahrung gibt es also Erbauliches für den Magen. Im Eingangsbereich wurden Stehtische aufgebaut und freundliche Mitarbeiterinnen der beteiligten Einrichtungen stehen hinter wuchtigen Töpfen, um Essen und Getränke auszugeben. Es gibt Gulaschsuppe und als vegetarische Option Kürbissuppe, kostenlos natürlich. Schnell füllt sich der Raum mit Gästen.

„Wir möchten offen sein für die Menschen, dort, wo sie unterwegs sind“, sagt Diakoniepastorin Dorothee Arnold-Krüger, die selbst tatkräftig mithilft, „darum laden wir ganz bewusst zu einer Feier mitten im Weihnachtstrubel ein“. Und tatsächlich, von draußen kommen ständig neue Leute hinzu. Ganz unterschiedliche Gäste sorgen für eine fröhliche Stimmung. Man spricht mit anderen etwa darüber, welche Suppe besser schmeckt. Die Meinungen sind geteilt, doch zuletzt sind sich alle einig: Beide sind sehr lecker.

Doch es geht nicht nur um das Kulinarische. „Wir wollen Menschen durch das Essen zusammenbringen“, so Arnold-Krüger. Begegnungen mit anderen, der soziale Austausch stehen ebenso im Vordergrund wie das Essen. Das sieht Barbara R. (63 ) genauso. Gut gelaunt steht die sympathische Frau an einem der Tische und unterhält sich mit ihren Nachbarn. Vor 43 Jahren kam sie aus Bosnien nach Celle und brachte sichtlich ihren Sinn für Geselligkeit mit. Die ehemalige Krankenschwestergehilfin erzählt gerne und kennt viele der anderen Gäste. Einige davon hat sie selbst zum Kommen animiert.

„Viele Menschen sind einsam, kommen nicht aus ihren Wohnungen raus.“ Dagegen müsse man etwas tun, davon ist die lebenslustige Frau überzeugt. „Ich bringe gerne Menschen zusammen und bin selbst gern unter Leuten“, sagt sie. Der Ehemann, der neben ihr steht, nickt bestätigend. Er kennt das schon. Und da kommen schon die nächsten Gäste mit einer dampfenden Suppe an den Tisch. Etwa hundert Leute werden erwartet. Es ist genug für alle da.

Von Kristian Donko