Architektur-Jubiläum

Eine Verbeugung vor dem Tüftler

Otto Haesler machte Celle zum Ort für den Bauhaus-Stil. Zum 100. Jubiläum der Kunstschule würdigt eine Veranstaltungsreihe den Ausnahme-Architekt.

  • Von Benjamin Behrens
  • 08. Mai 2019 | 19:21 Uhr
  • 14. Juni 2022
  • Von Benjamin Behrens
  • 08. Mai 2019 | 19:21 Uhr
  • 14. Juni 2022
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Celle.

Kantig, farbenreich und dabei hochmodern – das sind Begriffe, die man sowohl mit Architekt Otto Haesler als auch mit dem Bauhaus-Stil verbindet. Zum 100. Geburtstag der Kunstschule geht eine Veranstaltungsreihe an den Start, die den Ausnahme-Architekten und sein Wirken in Celle präsentiert. Gestern wurde das Programm unter dem Motto „Bauhaus in Celle“ vorgestellt.

Neuer Rundweg mit Infotafeln

Eines der Kernstücke sind verschiedene Touren zu den von Otto Haesler entworfenen Bauwerken. Neu ist ein viereinhalb Kilometer langer Rundweg, der acht Stationen ansteuert. Ausgehend von der Direktorenvilla, Magnusstraße 5, geht es zu weiteren Haesler-Bauten. Bislang waren nur einige mit Infotafeln ausgestattet, jetzt werden alle mit bilingualen Hinweistexten erklärt. Am Samstag wird der Rundgang um 10 Uhr am Startpunkt an der Direktorenvilla offiziell eröffnet. Neben dem Hintergrundwissen zu den Gebäuden gibt es auch Wissenswertes zu dem eng mit dem Bauhausstil verbundenen Architekten. „Viele wissen nicht: Er selbst war nie am Bauhaus. Er wollte tüfteln und bauen – nicht lehren“, sagt Stadtbaurat Ulrich Kinder.

Internationale Architektur-Fans im Fokus

Auf dem Fahrrad oder per Segway geht es ebenfalls zu den Häusern. „Ganz neu haben wir jetzt unsere Bauhaus-Bahn“, sagt Kinder. Das elektrische Züglein befördert bereits Touristen auf anderen Routen, jetzt fährt es gezielt Haeslers Bauwerke an. „Wir haben eine spezielle Bauhaus-Tour entwickelt – eben auch aus dem Grund, weil die Gebäude nicht so nah beieinander liegen“, so Kinder weiter. Während der Fahrt gibt es Informationen zu den Häusern und Haeslers Leben. Die Texte sind in Deutsch und Englisch, wie im Übrigen bei allen Aktivitäten im Programm. So sollen auch internationale Architektur-Fans auf ihre Kosten kommen. Die Bahn startet ab sofort bis Oktober täglich um 13 Uhr vom Schloßplatz aus.

Ausstellungen, Fotos und Theater

Am Samstag eröffnet zudem um 11 Uhr die umgestaltete Ausstellung im Otto-Haesler-Museum in der Siedlung Blumläger Feld, Galgenberg 13. Neben der Arbeit des Architekten selbst steht dort das Leben in seinen Häusern im Vordergrund. Im Nachbarblock, Rauterbergweg 1, ist eine Museumswohnung eingerichtet. Hier ist nachzuempfinden, wie die Menschen in den 30er Jahren ihren Alltag verbracht haben. „Die Besucher können alles anfassen, aber bitte nichts mitnehmen“, sagt Rudolf Becker, Geschäftsführer der Otto-Haesler-Stiftung.

Zum Bauhausstil und Haesler gehört auch die Architekturfotografie. Arthur Köster gehört zu bedeutendsten Fotografen dieses Faches. Unter dem Titel „Otto Haesler – Neues Bauen“ öffnet am Sonntag um 11.30 Uhr eine Fotoausstellung mit vielen aufwändig restaurierten Aufnahmen Kösters und weiteren Fotografen aus dem Fundus des Stadtarchivs Celle. Sie ist in der Galerie Dr. Jochim in der Direktorenvilla zu sehen. Mitten zwischen den ausgestellten Bildern feiert heute um 20 Uhr die Inszenierung „Haesler, für eine neues Celle“, des Schlosstheaters Premiere.

Einer Übersicht über das komplette Programm gibt es im Internet auf www.neuesbauen-celle.de.