Apotheker besorgt

Ist Grippeimpfstoff in Celle endlich in Sicht?

Die Nachfrage nach der Grippeschutzimpfung ist nach wie vor immens hoch. Offenbar gibt es nun weitere Lieferschwierigkeiten.

  • Von Marie Nehrenberg-Leppin
  • 04. Nov. 2020 | 13:02 Uhr
  • 14. Juni 2022
  • Von Marie Nehrenberg-Leppin
  • 04. Nov. 2020 | 13:02 Uhr
  • 14. Juni 2022
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Celle.

Bereits seit Wochen ist die wohl meist gestellteste Frage in Celles Apotheken: Gibt es noch Grippeimpfstoff? Die Corona-Pandemie sorgt für eine nie dagewesene Nachfrage. Während die Regierung versucht zu beruhigen und Nachschub regelmäßig in Aussicht stellt, sind die Apotheker verzweifelt. „Wir warten händeringend auf die fehlenden sechs Millionen Dosen“, bestätigt Mathias Grau, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Landesapothekerverbandes Niedersachsen. „Nach meinem Empfinden ist da allerdings noch nichts in Sicht.“

Schlechte Informationspolitik

Der Celler Apotheker Richard Winkelmann hat die Hoffnung allerdings noch nicht aufgegeben. Er hält daran fest, dass spätesten Ende November genug Nachschub verfügbar ist. „Ich kann allerdings bestätigen, dass die Nachfrage immens ist“, sagt er. Gleiches gilt für Impfstoffe gegen Lungenentzündung, wie Wolfgang Hoffmann, Apotheker aus Westercelle berichtet. „Da ist es das gleiche wie beim Grippeimpfstoff. Es ist nach wie vor nichts lieferbar.“ Deutlichere Worte findet der Winser Apotheker Hubertus Nehring. Er klagt schon seit Wochen über Engpässe – und über die schlechte Informationslage. „Die nationale Impfstoffreserve soll nun angeblich Ende November ausgeliefert werden. Welche Apotheken dann wie viele Impfstoffe bekommen ist vollkommen unklar. Der pharmazeutische Großhandel weiß auch nicht, wie viele Dosen er bekommt“, kritisiert er.

FFP2-Masken sind begehrt

Abgesehen von dem „Evergreen“ Grippeimpfstoff ist die Lage in Celles Apotheken jedoch entspannt. Hamsterkäufe? Fehlanzeige. „Wir beobachten nicht, dass unsere Kunden bestimmte Medikamente auf Vorrat kaufen“, sind sich die Apotheker einig. Lediglich die Nachfrage nach Mund-Nasen-Masken und Desinfektionsmittel steige wieder merklich an. „Gerade die FFP2-Masken sind gerade sehr gefragt. Aber wir haben uns ausreichend eingedeckt und deswegen gut gerüstet“, versichert Nehring. Mathias Grau vom Apothekerverband beruhigt ebenfalls: „Die Situation ist viel entspannter als im Frühling. Das ist überhaupt nicht miteinander zu vergleichen. Wir sind dieses Mal viel besser vorbereitet.“

Lieferengpässe kommen vor

Obwohl insgesamt keine Engpässe in der Medikamentenversorgung drohen, kommen Lieferschwierigkeiten, ganz unabhängig von Covid-19, immer mal wieder vor. „Der harte Preiswettbewerb durch die Einführung der Rabattverträge in Deutschland hat dazu geführt, dass die Hersteller ihre Produktionen in Schwellenländer verlagern, die nicht über die westlichen Produktions- und Sicherheitsstandards verfügen. Entspricht eine Charge nicht den hohen Qualitätsstandards für den europäischen Markt, wird sie für den Import gesperrt. Dann kommt es in Deutschland und anderen Ländern der Europäischen Union schnell zu einem Engpass“, erklärt Bezirksapothekerin Bianca Uekermann.

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