Stattlicher Fang in Celle

Angler ziehen großen Wels aus der Aller

"Es ist der größte Fisch, den ich hier je gefangen habe", sagt Joe Glasing über den Wels, den er am Wochenende aus der Aller gezogen hat.
  • Von Jana Wollenberg
  • 13. Juni 2022 | 20:36 Uhr
  • 15. Juni 2022
  • Von Jana Wollenberg
  • 13. Juni 2022 | 20:36 Uhr
  • 15. Juni 2022
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Celle.

Eigentlich hatte es Joe Glasing darauf abgesehen, Aale zu fangen, als er am vergangenen Wochenende mit der Angel und einigen Freunden zur Aller aufbrach. Was aber stattdessen an seinem Haken landete, war um einiges größer und schwerer als die meisten Aale, die Hobby-Angler für gewöhnlich aus dem Wasser ziehen: Um den knapp 10 Kilogramm schweren und 1,15 Meter langen Wels an Land zu bekommen, war voller Körpereinsatz und die Kraft von zwei Menschen nötig.

"Ich musste tatsächlich die Jeans ausziehen und ins Wasser, um den Fisch rauszuholen", erzählt der 32-Jährige. Hilfe hatte er von einem befreundeten Angler – aber auch zu zweit kostete die Aktion einiges an Kraft und Zeit. "Es war nachts um halb zwölf. Wie haben über eine halbe Stunde lang gekämpft, bis wir ihn müde bekommen haben."

"Der größte Fisch, den ich hier je gefangen habe"

Als es endlich soweit war, zeichnete sich die nächste Herausforderung: Wie bekommt man das Tier aus dem Wasser? Die Haut dieser Fische sei besonders glitschig, meint der Hobby-Angler, ihn einfach herauszuheben, sei also nicht möglich gewesen. Stattdessen kam der sogenannte Wels-Griff zum Einsatz. "Welse haben keine scharfen Zähne", erklärt Glasing, "man kann einfach ins Maul greifen und sie am Kiefer herausziehen." Bei anderen Raubfischen wie dem Hecht ist ein solcher Griff dagegen nicht zu empfehlen.

"Wir haben ihn schon probiert, er schmeckt gut", verrät er. "Man würde nicht unbedingt sagen, dass es ein Süßwasserfisch ist", meint er – das Fleisch sei zart wie bei einem Seefisch.

Der 32-Jährige ist gebürtiger Celler und wohnt inzwischen in Hamburg. "Ich fahre am Wochenende oft an die Aller und setze mich da mit ein paar Freunden hin", erzählt er. Diesmal war das Flussufer bei den Dammaschwiesen in der Nähe der Lachtemündung das Ziel. "Es ist der größte Fisch, den ich hier je gefangen habe", sagt Glasing. Er angelt seit 25 Jahren, schon als Kind war er in den Celler Fischereiverein eingetreten – über einen seiner Grundschullehrer, der sich im Verein engagierte, war er zum ersten Mal mit dem Hobby in Berührung gekommen.

Angeln als Ausgleich zum Alltagsstress

Seitdem sind die Ausflüge für ihn ein Ausgleich zum Alltag. "Angeln wird ja auch als Anti-Stress-Therapie empfohlen", meint er. Das kann Glasing bestätigen: "Man braucht so ein Hobby, bei dem man die Zeit vergessen kann. Es ist ein Ventil, um den ganzen Alltagsstress abzulegen", sagt er. Für ihn ist das einerseits die Zeit, die er beim Angeln verbringt, und andererseits das Schlagzeugspielen.

Eingebüßt hat Glasing an dem Abend die Angel, mit der er eigentlich Aale fangen wollte – die wurde ihm aus den Händen gerissen, als ein unerwartet großes Tier anbiss. "Das war ein anderer Fisch, da müssen also noch mehr sein", glaubt er. "Die Angel wird wahrscheinlich irgendwo auf dem Grund rumliegen, wiederfinden werden wir sie nicht."