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Celle Stadt Alternative zu Betreutem Wohnen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Alternative zu Betreutem Wohnen
14:02 13.06.2010
Seniorengerechte Appartements zu bezahlbaren Mieten bietet die Städtische Wohnungsbau GmbH.
Seniorengerechte Appartements zu bezahlbaren Mieten bietet die Städtische Wohnungsbau GmbH. Quelle: Simone Gatz
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Rund 17 Prozent der Menschen in Deutschland sind heute 65 Jahre und älter. In 40 Jahren soll der Anteil der Über-65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung sogar 29 Prozent betragen. Vermieter müssen sich also den Bedürfnissen älterer Menschen anpassen. Diese Zeichen der Zeit hat die Städtische Wohnungsbau GmbH Celle (WBG) erkannt und das Konzept „Wohnen mit Service“ entwickelt. „Wir wollen den Celler Senioren eine eigene Wohnung zu bezahlbarer Miete bieten“, erläutert WBG-Geschäftsführer Siegfried Hildebrandt. „Die Alterseinkünfte werden sinken. Wir müssen uns fragen, wer kann sich später welche Wohnungen noch leisten“, sagt Hildebrandt.

Mit 2000 Appartements ist die WBG der größte Wohnungsanbieter in Celle. In dem Wohnprojekt „Wohnen mit Service“, zu dem die Anlagen in der Sophie-Dorotheen-Straße Nummer 11 bis 17 und in der Lauensteinstraße Nummer 14 bis 20 gehören, befinden sich insgesamt 40 Wohnungen. 16 davon sind barrierefrei. Das Besondere an dem Wohnkomplex sei das Zusammenleben junger und alter Menschen, berichtet Erhard Göbel. Göbel arbeitet als Sozialarbeiter bei der WBG. Vor 25 Jahren war er einer der ersten in Niedersachsen, der sich um Wohnraumberatung für Senioren, das Ausfüllen von Wohngeldanträgen und das Schlichten von Streitigkeiten zwischen den Mietern gekümmert habe. „Wir wollen, dass die Mieter so lange wie möglich ihre Wohnung und ihr soziales Umfeld behalten können“, sagt Göbel.

Deswegen rät er älteren Menschen häufig zu einem Umzug in die Erdgeschosswohnungen im selben Haus. Er hilft ihnen beim Organisieren des Umzugs oder beim Beantragen der Gelder für den seniorengerechten Umbau des Appartements. „In unserem Wohnkomplex in der Sophie-Dorotheen-Straße und in der Lauensteinstraße leben rund 50 Mieter. Vier von ihnen sind pflegebedürftig. Weitere zwei Mieter haben eine starke Gehbehinderung“, erzählt Göbel. Für diese Menschen sei das neue Wohnkonzept besonders wichtig. Zur Anlage gehöre nämlich auch eine Gemeinschaftswohnung, in der die Pflegedienstleitung der Johanniter-Unfall-Hilfe ihren Sitz hat. Dort können sich Mieter sowohl Rat als auch Hilfe holen. Ein Kooperationsvertrag ermöglicht die für Mieter günstigere Inanspruchnahme von Dienstleistungen wie zum Beispiel einer Haushaltshilfe, einem Wäschedienst oder einem Fahrservice. Die 16 barrierefreien Wohnungen sind zudem mit einem Hausnotrufsystem der Johanniter-Unfall-Hilfe ausgestattet. Dies garantiert schnelle und unkomplizierte Hilfe, wenn’s drauf ankommt.

„Die Nachfrage nach barrierefreien Wohnungen ist sehr groß“, sagt Göbel. Besonders gefragt seien Zwei-Zimmer-Wohnungen. Deshalb seien diese auch vorrangig in dem Komplex vorhanden. „Unsere Zwei-Zimmer-Wohnungen sind zwischen 50 und 60 Quadratmeter groß und kosten etwa 5,30 Euro bis 5,40 Euro pro Quadratmeter“, berichtet Hildebrandt. Das sei für Celler Verhältnisse sehr günstig. Hier lägen die Quadratmeterpreise mitunter bei 6 Euro. Lediglich zwei Wohnungen in der Anlage seien Drei-Zimmer-Appartements mit einer Größe von jeweils 90 Quadratmetern.

Die Wohnungen seien nicht zuletzt deshalb so beliebt, weil sich dort eine starke Gemeinschaft gebildet hat. „Die Mieter helfen sich untereinander, veranstalten in der Gemeinschaftswohnung Spielenachmittage oder unternehmen gemeinsam Ausflüge“, sagt Göbel.

All dies mache das Konzept „Wohnen mit Service“ zu einer echten und vor allem bezahlbaren Alternative zum Betreuten Wohnen privater Anbieter.

Von Simone Gatz