Aktionstag in Celle

Sehbehinderte protestieren gegen Stolper-Poller

Für die einen bedeuten sie mehr Sicherheit, für die anderen eine Gefahr. Deswegen protestieren Celler Sehbehinderte gegen graue Poller.

  • Von Gunther Meinrenken
  • 09. Juni 2021 | 15:02 Uhr
  • 14. Juni 2022
  • Von Gunther Meinrenken
  • 09. Juni 2021 | 15:02 Uhr
  • 14. Juni 2022
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Celle.

Ungewöhnlicher Anblick in der Schuhstraße. 40 der etwa einen Meter hohen Poller, die die Fahrbahn vom Gehweg abtrennen, tragen eine rot-weiß gestreifte "Bommelmütze" - und das mitten im Sommer. Die lustige und originelle Aktion hat einen ernsten Hintergrund. "Unfälle passieren häufig, weil Hindernisse sich nicht kontrastreich vom Hintergrund abheben. Graue Poller auf Gehwegen werden dann zur Gefahr – insbesondere für Menschen mit Seheinschränkung", sagt Werner Gläser vom Celler Regionalverein Nord-Ost im Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen, der anlässlich des Sehbehindertags am 6. Juni zusammen mit anderen Betroffenen die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf das Problem lenken wollte.

Dauerproblem seit 15 Jahren

"Die Poller sind ein Dauerproblem. Es gibt sie nicht nur in der Schuhstraße, sondern auch am Heiligen Kreuz und am Großen Plan. Dort sind sogar Ketten dazwischen gespannt, was für sehbehinderte Menschen eine besonders gefährliche Stolperfalle darstellt", sagte Gläser, der die Stadt schon seit 15 Jahren auf diese Problematik hinweist. Bisher ohne Erfolg.

Poller in Celle besser kennzeichnen

"Unsere Idee ist, die Poller besser zu markieren. Mit zwei Streifen von etwa 8 Zentimetern Breite, die weiß oder gelb angestrichen werden", sagt Gläser, der nicht locker lassen will. Er möchte die Stadt weiterhin auf die Gefahren durch die grauen Poller hinweisen. Vielleicht tue sich ja doch irgendwann etwas.