AKH und Klinikum Peine

Wird Kooperation zwischen Kliniken fortgesetzt?

Da hat mal jemand in Peine gehörig geschlafen. Ende des Jahres läuft die Kooperation mit dem AKH Celle aus. Ersatz gibt es noch nicht.

  • Von Gunther Meinrenken
  • 24. Okt. 2021 | 15:00 Uhr
  • 14. Juni 2022
  • Von Gunther Meinrenken
  • 24. Okt. 2021 | 15:00 Uhr
  • 14. Juni 2022
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Celle.

Die Zusammenarbeit zwischen dem AKH und dem bis zum vergangenen Jahr zur AKH-Gruppe gehörenden Klinikum Peine wird vielleicht doch fortgesetzt. Der Grund: Das Klinikum hat schlicht verschlafen, für wesentliche Dienstleistungen wie Sterilisation, Personalwesen oder auch Einkauf, die in der Vergangenheit von Celle aus für beide Häuser erledigt wurden, Ersatz zu schaffen. Nun rennt den Peinern die Zeit davon. Die vertragliche Verflechtung beider Krankenhäuser läuft am 31. Dezember dieses Jahres aus .

Klinikum Peine verschläft Vertragsende

Nach einem Bericht der Peiner Allgemeinen Zeitung hat der Geschäftsführer des Klinikums Peine, Dirk Tenzer, eingeräumt, dass es "keine konkrete Lösung dafür gebe, wer die essenziellen Dienstleistungen für das Krankenhaus ab 1. Januar erbringen" soll. Eine Vergabe an andere Anbieter sei noch nicht einmal ausgeschrieben worden. Der Plan der schlafmützigen Peiner Geschäftsführung: Die Verträge mit dem AKH sollen verlängert werden, bis man andere Dienstleister gefunden hat. Ausnahme ist die IT, hier will das Klinikum Peine ein eigenes Rechenzentrum aufbauen.

Erste Gespräche zwischen AKH Celle und Klinikum Peine

Am Dienstag dieser Woche hat es bereits ein erstes Gespräch zwischen Tenzer und AKH-Vorstand Martin Windmann gegeben. Anschließend erklärten beide: „Die Gespräche verliefen sehr zielgerichtet und in vertrauensvoller Atmosphäre. Wir sind zuversichtlich, dass wir schon bald sinnvolle und nachhaltige Ergebnisse für beide Partner präsentieren können.“ Die Gespräche sollen bereits kommende Woche fortgesetzt werden.

Celler Klinik hat sich schon auf Ende der Kooperation eingestellt

Ganz einfach dürfte es allerdings nicht werden, eine Lösung zu finden. "Da es über eine eventuelle Verlängerung der Verträge zwischen Peine und Celle in den vergangenen Monaten keinerlei dezidierte Gespräche oder gar Verhandlungen gab, hat sich das AKH auf ein Auslaufen eben dieser Verträge eingestellt und dementsprechende Anpassungen bereits vorgenommen – und das auf den unterschiedlichsten Ebenen wie etwa Personal oder auch im Hinblick auf Projektplanungen für das kommende Jahr", erklärte AKH-Sprecher Tobias Mull im Vorfeld der Sondierungsgespräche.

AKH hätte gerne "gewisse Perspektive"

Es müsse sich nun zeigen, wie da so kurzfristig noch gegengesteuert werden könne. "Die Erfahrung hat gezeigt, dass es in diesen Fällen erfolgversprechend ist, wenn man eine gewisse Perspektive aufzeigen kann – vor allem auch im Hinblick auf den Fachkräftemangel in vielen Bereichen oder auch die großen Aufgaben und Möglichkeiten, die sich aus dem Krankenhauszukunftsgesetz ergeben", so Mull.