Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Celle Ortsteile Zaghafte Annäherung an Top-Thema „Tsellis“
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Zaghafte Annäherung an Top-Thema „Tsellis“
13:30 13.06.2010
Von Michael Ende
Altencelle

„Interessenbekundungskonferenz“ – so schmissig und energiegeladen, wie diese Wortschöpfung aus dem Celler Rathaus klingt, so zupackend geht die Stadtverwaltung auch mit dem potentiellen Zukunftsthema der um 1292 bei Altencelle versunkenen Stadt „Tsellis“ um – das meinen zumindest Kritiker, die sich fragen, ob nach einem Jahr der Untätigkeit wenigstens in 2010 weitere Anstrengungen zur archäologischen Erforschung der einzigartigen historischen Stätte unternommen werden.

„Am 24. November sind in Hannover Gespräche zwischen Celler Landtagsabgeordneten, einem Staatssekretär, dem Oberbürgermeister der Stadt Celle, Vertretern der Ratsfraktionen und Archäologen auf Initiative des CDU-Landtagsabgeordneten Thomas Adasch geführt und Maßnahmen verabredet worden, um eine Förderung des Landes für die Sicherung der UrCelle Tsellis zu erreichen“, so die Celler FDP-Vorsitzende Jutta Krumbach. „Nach meinen Informationen endete das Gespräch damit, dass Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende eine Konzeption über Art und Umfang der Maßnahme vorlegen sollte, um den Umfang der Landesförderung abschätzen zu können.“ Das Land habe erklärt, das Projekt fördern zu wollen, soweit ein von der Stadt vorgelegtes Konzept „schlüssig“ sei, so Krumbach: „Die Stadt ist im Zugzwang. Wann tut sich endlich etwas in Tsellis?“

Genau beantworten kann das Stadtbaurat Matthias Hardinghaus nicht. Man wolle ein weiteres Vorgehen „konzeptionell vorbereiten“, sagt er: „Wir sind dabei ,eine Interessenbekundungskonferenz zu organisieren. Dort sollen alle an einen Tisch: Kompetente Wissenschaftler, Vertreter von Politik und Verwaltung und vor allem die Vertreter von Ministerien, die über Fördermöglichkeiten für ein solches Projekt informieren können.“ Die Konferenz solle ein Zeichen setzen, so Hardinghaus: „Die Forscher sollen mit dem Gefühl weggehen: „In Celle gibt es was Interessantes und das wird auch gefördert.“

Genau das meinte schon im Spätsommer 2008 Niedersachsens Wissenschaftsminister Lutz Stratmann (CDU): Er hatte gesagt, in „Tsellis“ gebe es noch „reichlich zu tun“ – und das mit der Förderung wolle man schon klären, sobald man sich in Celle klar sei, wie man mit dem archäologischen Schatz umgehen wolle. Altencelles Ortsbürgermeister Otto Stumpf (CDU) möchte nicht mehr länger mit anhören, dass etwas passieren könnte: „Es muss etwas passieren. Schon der unglückliche Name Interessenbekundungskonferenz zeigt, wie halbherzig und ziellos die Stadt das Thema angeht: Wir haben Interesse!“

Stumpf habe den Eindruck, dass die Stadt „Tsellis“ „abfrühstücken“ wolle: „Bisher ist mir noch nicht aufgefallen, dass irgendjemand im Rathaus mit Herzblut an diese faszinierende Geschichte herangeht.“ Die versunkene Stadt scheine der Verwaltung eher lästig zu sein. Schon wieder sei man dabei, ein Jahr mit uneffektiven Diskussionen zu verplempern, so Stumpf: „Die Konferenz mit dem genialen Namen soll erst im März sein. Ob sich danach noch in 2010 etwas tut, ist offen. Dabei ist das Ziel doch klar: Tsellis soll endlich ein Forschungsprojekt werden – das kann doch nicht so schwer sein.“