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Celle Ortsteile Wie ein Spaziergang in eine andere Welt
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Wie ein Spaziergang in eine andere Welt
15:06 13.06.2010
Von Oliver Gatz
Besonderer Entspannungsraum von Lobetal
Besonderer Entspannungsraum von Lobetal Quelle: Torsten Volkmer
Wietzenbruch

„Ich genieße das“, freute sich eine der beiden Bewohnerinnen des Stifts, 86 Jahre alt, die ihren Blick auf die projezierten Farbenspiele auf der Wand richtet und deren Hand eine Betreuerin hält. „Wenn ich Zeit habe, komme ich hier gerne her.“ Auch die andere Bewohnerin, 82 Jahre alt, fühlt sich in dem Ruheraum gut aufgehoben. „Die Bilder finde ich am angenehmsten“, berichtet sie.„Man spricht mit dem Raum selektiv bestimmte Sinne an“, erläuterte Ottmar Grote, Bereichsleiter „Leben im Alter“ von Lobetal. „Es ist wie ein Spaziergang in eine andere Welt.“ Die andauernde Reizüberflutung bereite älteren Menschen Probleme, mache sie unruhig, sagte er. In dem Ruheraum hätten sie die Möglichkeit, gezielt bestimmte Sinne wie Tasten, Riechen, Hören oder Sehen stimulieren zu lassen. „Wir schalten nicht bei jedem alles an“, sagte Grote. „Das Empfinden ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich.“ Grundsätzlich sei auch immer ein Betreuer anwesend.Vor zwei Jahren hatte das Stift damit begonnen, die aus den Niederlanden stammende Entspannungsmethode anzuwenden – damals noch mit einem mobilen Gerät, das unter anderem bei bettlägerigen Menschen eingesetzt wurde. Es folgte ein Proberaum, der beim diesjährigen Frühlingsfest getestet und dabei auf große Akzeptanz stieß. Daraus entwickelte sich die jetzige, dauerhafte Einrichtung. Die Zeit, die die Bewohner in dem „Snoezelen“-Raum verbringen, ist unterschiedlich. Es hängt von jedem einzelnen ab, wo die Befindlichkeitsgrenzen liegen. „Es gibt Menschen, die darauf gar nicht anspringen“, sagte Pflegedienstleiterin Anke Schneider.Das Snoezelen wurde Mitte der 70er Jahre in den Niederlanden „erfunden“. Populär wurde es aber erst Anfang der 80er Jahre. Der Begriff selbst ist ein Kunstwort, zusammengesetzt aus den Wörtern „snuffelen“ für schnuppern, schnüffeln und „doezelen“ für dösen, schlummern. Ausgesprochen wird es „snuselen“, mit einem gedehnten „u“. Snoezelen bezeichnet eine Freizeitaktivität in der Behindertenhilfe, die besonders schwerstbehinderten Menschen in Wohnheimen zugute kommen soll.Ein Ort der Ruhe und Entspannung: Der „Snoezelen-Raum“ der Lobetalarbeit kommt bei den Bewohnern gut an. Foto: Volkmer„Snoezelen“ – wie ein Spaziergang in eine andere WeltBesonderer Ruheraum der Lobetalarbeit eingerichtet / Aus den Niederlanden stammende Entspannungsmethode spricht alle Sinne an