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Celle Ortsteile „Wer jetzt noch stürzt, hat selbst Schuld“
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile „Wer jetzt noch stürzt, hat selbst Schuld“
18:31 25.06.2010
Von Oliver Gatz
Vorwerk

Immer wieder sind in der Vergangenheit am Bahnübergang beim Wasa-Werk in Vorwerk Radfahrer gestürzt. Zum Teil zogen sie sich schwere Verletzungen zu: Arm- und Schulterbrüche sowie Prellungen und Schürfwunden waren die Folge.

Vorwerks Ortsbürgermeister Joachim Hartig (CDU) bemühte sich um eine Verbesserung der Situation am Karrenweg. Im April rief er die Bürger, die in den vergangenen drei Jahren dort gestürzt sind, auf, telefonisch Kontakt mit ihm aufzunehmen. Ziel war die Erfassung der Unfallzahlen. Die Resonanz auf Hartigs Aufruf war groß: 47 Stürze wurden dem Ortsbürgermeister mitgeteilt. Auch die Verkehrssicherheitskommission blieb nicht untätig. Gemeinsam mit Hartig sah man sich vor Ort die Lage an – und reagierte. Jetzt weist an der kritischen Stelle ein auffälliges Warnschild sowie ein Schild mit der Aufschrift „Gefährlicher Bahnübergang – Radfahrer absteigen“ auf die Sturzgefahr hin.

Leider ignorierten viele Radfahrer die Schilder, sagt Hartig. Sie würden nicht von ihrem Drahtesel absteigen. „Auch nach der Aufstellung überdimensionierter Schilder hat sich eine Verhaltensänderung der Radfahrer nicht ergeben“, bedauert der Ortsbürgermeister. „Wer hier trotz der Warnungen noch stürzt, hat selber Schuld.“ Aus Hartigs Sicht löst falsches Überqueren des Bahnübergangs die Unfälle aus. „Der rechte Winkel zu den Schienen wird nicht eingehalten.“ Er sei nicht der einzige, der dies festgestellt hätte. In der Vergangenheit sind viele Pedalritter an dem Bahnübergang gestürzt, weil das Vorderrad in die Schienenspalte geriet.

Nach Hartigs Angaben will die Verkehrssicherheitskommission die Situation an der Stelle nach einiger Zeit nochmals überprüfen. „Das soll die nächsten zwei bis drei Jahre noch beobachtet werden“, sagte er.

Der Karrenweg liegt auf städtischem Gebiet, die Schienen gehören aber zum Wasa-Werk. Nach früheren Angaben des Unternehmens wurde der Bahnübergang 2006 asphaltiert, um weiter Stürze zu vermeiden. Die vorhandenen Rillen seien erforderlich, damit die Schienenfahrzeuge nicht entgleisen, hieß es seitens des Knäckebrotherstellers. Ein Wasa-Sprecher hatte seinerzeit an die Vernunft der Radfahrer appelliert, an dieser Stelle langsam zu fahren und gegebenenfalls abzusteigen.