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Celle Ortsteile „Wachstum beschleunigen, Nachwuchs fördern“
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile „Wachstum beschleunigen, Nachwuchs fördern“
13:01 13.06.2010
Von links: Gernot Schmidt, Holger Schwannecke, Ernst-Heinrich Ahrens.
Von links: Gernot Schmidt, Holger Schwannecke, Ernst-Heinrich Ahrens. Quelle: Peter Müller
Groß Hehlen

Beim Amtsträgerabend der Kreishandwerkerschaft Lüneburger Heide hob der Kreishandwerksmeister insbesondere die Ausbildungsbereitschaft der hiesigen Betriebe hervor: „Die Anzahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Celler Handwerk hat sich um 6,3 Prozent erhöht. Insgesamt bleibt das Handwerk mit einer Ausbildungsquote von über 10 Prozent Spitze in der Wirtschaft.“

Auf die außerordentlichen Chancen des Handwerks als „vielseitigstem Wirtschaftsbereich Deutschlands“ wies auch Gastredner Holger Schwanneke, Geschäftsführer und designierter Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, hin. In seinem Vortrag stand dabei vor allem eines im Mittelpunkt: die Erwartungen des Handwerks an die neue Bundesregierung.

Haushaltskonsolidierung, Investition und Entlastung:: Diesen Dreiklang, den das Handwerk fordert, nehme auch der Koalitionsvertrag der Bundesregierung auf, erklärte Schwannecke. Insbesondere im Hinblick auf Sozial- und Steuerpolitik stimme die Richtung.

Während sich die Forderung „Mehr Brutto vom Netto“ erfreulicherweise als Überschrift des Koalitionsvertrages wieder finde, sei die derzeitige Entweder-Oder-Diskussion von Steuersenkung oder Haushaltskonsolidierung ein Schritt zurück. „Wir brauchen beides“, machte Schwannecke deutlich, „Entschlossene Wachstumsimpulse durch Entlastung und konsequente Einsparungen bei den konsumptiven Ausgaben.“

Bezüglich der Belastungen, die durch die demografische Entwicklung auf die Sozialsysteme zukommen, stellte Schwannecke klar: „Es hat keinen Zweck, wegzulaufen.“ Die Regierung müsse nachhaltige soziale Sicherheit und starke wirtschaftliche Dynamik in Einklang bringen. „Das Einfrieren der Arbeitgeberbeiträge bei der Krankenversicherung und die Kapitaldeckungselemente bei der Pflegeversicherung sind dabei ein wichtiges Signal“, so Schwannecke. „Jedes Einsparpotenzial, jede Effizienzreserve muss genutzt werden.“

Die Wertschätzung des Handwerks durch die neue Bundesregierung spiegele sich ganz besonders in der Bildungspolitik wider. „Die Politik hat verstanden, dass das Berufsprinzip die Grundlage unserer hochkarätigen Ausbildung im Handwerk ist“, würdigte Schwannecke die entsprechende Stelle im Koalitionsvertrag. In der vergangenen Legislaturperiode habe es in diesem Punkt hitzige Diskussionen gegeben. Schwannecke stellte klar: „Innovatives Handwerk braucht qualifizierte Schulabgänger.“

Bildung sei der entscheidende Schlüssel zur Sicherung des Fachkräftebedarfs und der Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe. „Wir werden jeden einzelnen jungen Menschen brauchen. Der Fachkräftemangel steht vor der Tür. Deshalb wollen wir den Ausbildungspakt zu einem Pakt für Fachkräftesicherung weiterentwickeln.“ Neben den Plänen der Bundesregierung wolle der Zentralverband künftig durch eine eigene Image-Kampagne dazu beitragen, die gesamte Gesellschaft für das Handwerk zu begeistern. Schwannecke betonte: „Wir wollen der Welt zeigen, wer wir sind. Ein starker, innovativer Wirtschaftsbereich.“

Von Birte March