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Celle Ortsteile Osterloh besteht „Wiesencheck“
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Osterloh besteht „Wiesencheck“
19:45 14.06.2010
Osterloh

Reiherschnabel, Männertreu, Gundermann und Vogel-Wicke – die Wiesen von Landwirt Fritz Engelke in Osterloh sind artenreich. Das ist das Ergebnis des ersten „Wiesenchecks“, zu dem der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und der Neuland-Verein für tiergerechte und umweltschonende Nutztierhaltung im Internationalen Jahr der Biodiversität aufrufen. Träger des von der Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung mit 200000 Euro geförderten Projektes „Naturschutz und Natur erleben in der Allerniederung bei Osterloh (Celle)“ sind die Stadt Celle und die Naturschutzbund (NABU)-Gruppe Stadt Celle. „Wir können zufrieden sein. Hier in Osterloh sind viele Arten vorhanden“, sagte Dr. Heidrun Heidecke, Naturschutzexpertin des BUND.

Beim „Wiesencheck“ bauen die Beteiligten auf die Hilfe aller Bürger – unabhängig von Alter oder Wissensstand. Interessierte sollen als „Wiesenwächter“ die letzten extensiv – das heißt umweltschonend – genutzten Wiesen und Weiden schützen. „Wiesen und Weiden haben unersetzliche Funktionen für Klima-, Boden- und Grundwasserschutz“, so Heidecke. Ein kostenloses Faltblatt hilft den „Wiesenwächtern“, das Grünland in ihrer Nähe zu bewerten und so zu erkennen, ob es sich um eine artenreiche Wiese handelt. „Die Bürger sollen das Faltblatt mitnehmen und damit die Pflanzen bestimmen. Es enthält eine Bildergalerie der verschiedenen Arten“, so Heidecke. Wenig Blütenpflanzen sind ein Indikator für eine artenarme Wiese, eine bunte Vielfalt an Blüten ein Hinweis auf eine artenreiche Fläche.

Die gewonnenen Daten werden vom BUND zusammengetragen und ausgewertet. Es wird daraus eine Landkarte der artenreichen Wiesen und Weiden entwickelt. „Allein zwischen 2005 und 2009 sind rund sechs Prozent der Gründlandflächen in Niedersachsen verloren gegangen. Dies beweist: die Instrumente zum Grünlandschutz reichen nicht aus“, sagt Heidecke. „Unsere Aktion ‘Wiesencheck’ soll die Landwirte deshalb auch anstupsen und auf das Thema Artenschwund aufmerksam machen.“

Anleitung für „Wiesenwächter“: Interessenten, die sich für die Erhaltung des Grünlandes einsetzen möchten, finden das Faltblatt und weitere Informationen im Internet unter www.bund.net/wiese.

Von Paul Gerlach