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Celle Ortsteile Neue Kehrverordnung
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Neue Kehrverordnung
13:21 13.06.2010
Für jeden Hauseigentümer in seinem Gebiet muss Uwe Liestmann ab sofort einen Feuerstättenbescheid nach seinen Messungen anfertigen.
Für jeden Hauseigentümer in seinem Gebiet muss Uwe Liestmann ab sofort einen Feuerstättenbescheid nach seinen Messungen anfertigen. Quelle: Christian Uthoff
Wietze

Die neue Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO) bringt für Niedersachsen und somit auch für Celle nur wenige Veränderungen mit sich. Um einen bundesweit einheitlichen Leistungsumfang zu garantieren, wurden die Länderverordnungen in einer Bundesverordnung zusammengeführt und deren Inhalte angeglichen. Da sich das Land Niedersachsen nach Angaben von Schornsteinfeger Uwe Liestmann aber schon länger an der Musterkehr- und Überprüfungsordnung orientiert, ergeben sich durch die neue Verordnung wenig Änderungen für Celle.

Jeder Hauseigentümer benötig bis Ende 2012 zwingend einen Feuerstättenbescheid. „Darin sind alle Anlagen wie Kamine, Schornsteine oder Heizungen aufgeführt“, erläutert Liestmann. Außerdem wird aus dem Dokument ersichtlich, zu welchem Zeitpunkt die Anlagen wieder gekehrt werden müssen. Für bis zu drei Feuerstätten kostet der Bescheid nach Angaben von Liestmann rund 12,02 Euro. „Bei mehreren Anlagen wird es natürlich teurer“, so der Schornsteinfeger, der in seinem Bezirk zwischen Hannoversche Straße, Windmühlenstraße und Krähenberg für knapp 2400 bis 2600 Häuser verantwortlich ist.

Den Feuerstättenbescheid erhalten Kunden bei der sogenannten Feuerstättenschau, die alle fünf Jahre stattfindet. Derjenige, beim dem solch eine Begehung bis 2012 nicht mehr auf dem Plan steht, muss sich jedoch keine Sorgen machen: Die Schornsteinfeger schicken den Bescheid dann automatisch zu, sagt Liestmann. Durch das neue Dokument werde die Eigenverantwortung der Bürger größer, so Liestmann weiter. „Verbrennen sie zum Beispiel mehr Holz als angegeben, müssen sie den Bescheid ändern lassen“.

Eine kleine Änderung in der KÜO hält Liestmann ebenfalls für wichtig: Bei baulichen Veränderungen am Haus, wie dem Einsetzen neuer Fenster, ist der Eigentümer in der Zukunft verpflichtet, den Verbrennungsluftverbund neu prüfen zu lassen. Konkret bedeutet das: Der Schornsteinfeger muss messen, ob die Abgase der Anlagen noch abziehen können. Ist das nicht der Fall, drohe den Bewohnern im schlimmsten Fall der Tod durch eine Kohlenmonoxid-Vergiftung, warnt Liestmann.

Zum Frühling dieses Jahres soll darüber hinaus das neue Emissionsschutzgesetz verabschiedet werden. Dann müssen neue Befeuerungsanlagen nur noch alle 2 bis 3 Jahre überprüft werden, statt wie bisher jedes Jahr.

Den leichten Anstieg der Arbeitswert-Gebühren von 0,96 Euro auf 1,01 Euro bezeichnet der Schornsteinfeger als „verschmerzbar“. Ein Arbeitswert entspricht dabei einer Arbeitsminute. „Die Gebühren sind lange nicht mehr gestiegen, jetzt wurde der Wert angeglichen“, erklärt Liestmann die Mehrbelastung für den Kunden.

Von Christian Uthoff