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Celle Ortsteile Lachtemündung soll renaturiert werden
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Lachtemündung soll renaturiert werden
15:03 13.06.2010
Von Michael Ende
Lachtehausen

Große Bagger am idyllischen Lachteufer? Entfernen von Ufergehölzen? Besonders naturbegeisterte Lachtehäuser stellten voller Argwohn die Lauscher auf, als während der Sitzung des Lachtehäuser Ortsrates Vertreter der Stadtverwaltung erläuterten, wie sie sich die beabsichtigte Renaturierung des Lachtemündung vorstellen. Hier soll der dritte Teil des Gewässerentwicklungsplans verwirklicht werden, den die Stadt Celle 2002 aufgestellt hatte.

„Wir haben ein Maßnahmenbündel geschnürt, mit dem wir die Qualität des Gewässers in seiner Gesamtheit verbessern wollen“, sagt Ernst Kohls, Gewässer-Experte beim städtischen Fachdienst Tief- und Landschaftsbau. Nachdem man bereits 2005 den Bereich der alten Lachtehäuser Mühle mit einem Umfluter renaturiert und Ähnliches in diesem Jahr am Rieselwiesenwehr 600 Meter flussabwärts der Blauen Brücke praktiziert habe, wolle man nun im Bereich der Mündung den dritten und letzten Schritt vollziehen.

„Rund 400 Meter vor der Mündung wollen wir die Lachte von der Bebauung, die die Flussaue einengt, durch einen 250 Meter langen Umfluter wegverlegen.“ So solle der Fluss einen naturgerechten Uferbereich erhalten. Der bisherige Lauf solle hier zum Altarm werden. Kohls: „Dazu müssen während der Arbeiten zwar Bagger eingesetzt und Bewuchs entfernt werden, aber unsere Erfahrungen bei dem Projekt haben gezeigt, dass sich die Natur diesen Bereich blitzschnell zurück erobern wird.“ Direkt vor der Fußgängerbrücke an der Mündung solle der Flusslauf verengt werden, um hier die Fließgeschwindigkeit zu erhöhen und Sandablagerungen zu vermindern, so Kohls.

Insgesamt 197000 Euro werde das im Frühjahr 2011 beginnende Vorhaben kosten – nur zehn Prozent davon müsse die Stadt zahlen, erläutert Kohls: „Die EU-Wasserrahmenrichtlinie fordert, dass in ganz Niedersachsen solche Maßnahmen bis 2015 umgesetzt werden.“ Deshalb müsse demnächst mit einer landesweiten Antragsflut für die Bezuschussung ähnlicher Projekte gerechnet werden, so Kohls: „Und es darf bezweifelt werden, dass es dann bei einer neunzigprozentigen Förderung bleibt. Das muss uns aber nicht stören, denn wir in Celle sind dann mit der Sache durch.“