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Celle Ortsteile Initiative fliegt aus Scheuener Flüchtlings-Camp
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Initiative fliegt aus Scheuener Flüchtlings-Camp
17:10 21.12.2015
Von Michael Ende
Scheuen

Den eigentlichen Grund für die Aussperrung vermutet Döllermann-Nölting in dem Engagement der Gruppe für die Verbesserung der Situation der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge: „Zu unserem Info-Stand kam ziemlich schnell und dann immer wieder eine große Gruppe afghanischer Kinder und Jugendlicher, die ohne Eltern im Lager waren. Wir haben das zuständige Jugendamt der Stadt Celle aufgefordert, diese Jugendlichen schnell herauszuholen und jugendgerecht unterzubringen. Erst dieser Tage sind zwei weitere 15-Jährige in eine stationäre Betreuung überwiesen worden, die seit Wochen in der für unbegleitete Kinder nicht zulässigen Lagersituation leben mussten.“ Der niedersächsische Flüchtlingsrat hatte in diesem Zusammenhang der Stadt Celle die Missachtung von Kinderrechten vorgeworfen.

"Wir haben in Scheuen keine unbegleiteten Minderjährigen mehr", sagt dazu der städtische Pressesprecher Wolfgang Fischer: "Bis jetzt konnten wir alle in Obhut nehmen. Sollte über die Feiertage etwas passieren, sind wir vorbereitet."

Die "Willkommensinitiative" habe zu viel "Unruhe" ins Lager gebracht, so Malteser-Pressesprecher Michael Lukas. Deshalb habe man beschlossen, vom Hausrecht Gebrauch zu machen: Wir fanden die Zusammenarbeit mit der Gruppe zuletzt nicht nur konstruktiv."

Döllermann-Nölting will sich damit nicht abfinden und hofft, dass das Land, in dessen Auftrag die Malteser das Lager betreiben, interveniert. Die Verhängung eines "Maulkorbs" für ihre Gruppe ist nach ihrer Auffassung "skandalös": "Wir finden das völlig inakzeptabel und erwarten eine Rücknahme der Entscheidung.“