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Celle Ortsteile Härteres Vorgehen gegen Nazi-Treffen in Eschede gefordert
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Härteres Vorgehen gegen Nazi-Treffen in Eschede gefordert
21:48 20.12.2015
Eschede

Rund 100 Menschen haben am Samstag in Eschede gegen die sogenannte Wintersonnenwendfeier von Rechtsextremen demonstriert. Die Demonstranten forderten dabei ein härteres Vorgehen der Behörden gegen diese Treffen auf dem Hof des Landwirtes Joachim Nahtz.

Kirsten Dieckmann vom Celler Forum gegen Gewalt und Rechtsextremismus bemängelte unter anderem, dass die Proteste jahrelang von den Behörden stark reglementiert wurden, während zugelassen wurde, dass Jugendliche und Kinder zu den Treffen der Rechten gehen konnten. „Das ist eine Kindeswohlgefährdung und da hätte man durchaus tätig werden können“, so Dieckmann.

Wäre es nach ihr und Klaus Jordan sowie vielen anderen Demonstranten gegangen, wäre die Demonstration auch deutlich näher an den Hof Nahtz herangerückt. „Wir wollen den Nazis zeigen, dass sie hier nicht gewünscht sind, aber eine Demonstration nahe am Ort des Geschehens ist von den Behörden nicht gewollt“, sagte Jordan.

Er sieht diese Entscheidung in Linie mit der gesamten Untätigkeit der Behörden gegenüber dem Treffen. „Wenn alle Ämter mal schauen würden, was sie für Mittel hätten, um dem Veranstalter Auflagen zu machen, wäre auch mehr möglich“, sagt Jordan. Schließlich sei die Feier in Eschede, nicht nur eine, bei der ein paar Hirnverbrannte ums Feuer tanzten. Vielmehr sei es ein gut organisiertes Treffen im Nazi-Netzwerk. „Wir müssen es ihnen so ungemütlich wie möglich machen“, forderte Jordan.

Auch Hans-Dietrich Springhorn sah die Prioritäten der Behörden falsch gesetzt. „Bei dem Treffen auf Hof Nahtz sind viele Mitglieder von verbotenen Organisationen wie der Wiking Jugend, Besseres Hannover und Freiheitliche Arbeiterpartei dabei, aber beobachtet werden wir von der Polizei. Das ist ein Skandal“, so Springhorn.

Ein Sprecher der Polizei betonte, dass es sich um eine private Feier auf dem Hof Nahtz handele, bei der sehr wenige rechtliche Handhaben bestehen. Am Samstagnachmittag waren nach seinen Angaben bereits rund 20 Personen aus ganz Norddeutschland auf dem Hof versammelt. Die Einsatzkräfte rechneten mit rund 80 Personen für die Feier. Es waren deutlich mehr Kräften vor Ort als in den vergangenen Jahren, um für die Sicherheit zu sorgen.

Am Abend um 18 Uhr findet am Bahnhof in Eschede noch die Veranstaltung Lichter gegen Extremismus von der Kirchengemeinde statt.

Von Tore Harmening