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Celle Ortsteile Flüchtlings-Aufnahmelager Scheuen wächst
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Flüchtlings-Aufnahmelager Scheuen wächst
20:09 07.12.2015
Von Michael Ende
Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Scheuen

Der Malteser Hilfsdienst rüstet sich dafür, noch mehr Menschen im Scheuener Flüchtlingslager unterzubringen. In Kürze sollen dort rund Ein Drittel mehr als die bisherigen 1000 Personen ein Dach über dem Kopf finden. Bis die zusätzlichen Betten belegt werden können, dürften nach Einschätzung der Malteser noch einige Wochen ins Land gehen. Jens Engel, Leiter des Einsatzstabes der Notunterkunft, rechnet frühestens Ende Dezember damit. Bis dahin bleibt noch einiges zu tun.

Das vorgesehene Erweiterungsgelände oberhalb der Halle zur Essensausgabe in Richtung des Gleisanschlusses der ehemaligen Kaserne muss zunächst „ertüchtigt“ werden, wie es in der Fachsprache heißt: Leichte Unebenheiten sind zu beseitigen und Stromleitungen zu verlegen. Außerdem werden wieder Holzhackschnitzel angeliefert, um den Boden regenfest zu machen. Erst dann können die 75 mobilen Wohnhütten aufgebaut werden, die bereits am Montag angeliefert wurden. Mit zwei Doppelstockbetten böten sie Platz für vier Personen. Im Notfall könnte jedoch ein weiteres Bett eingeschoben werden, so Malteser-Pressesprecher Michael Lukas.

Mit der größeren Zahl an Flüchtlingen wüchsen auch die logistischen Herausforderungen, so Lokas: „An der Halle, wo die Essensausgabe stattfindet, wird derzeit ein Vorbau errichtet, der in Zukunft einen großen Teil der Versorgungsgüter aufnehmen soll, die derzeit noch in der Halle selbst gelagert sind. Dadurch werden in der Halle Flächen für weitere Esstische frei, um die wachsende Zahl von Flüchtlingen versorgen zu können.“ Auch die Zahl der Toiletten und Duschmöglichkeiten werde in den kommenden Wochen entsprechend angepasst.

Die nächste Erweiterung der Aufnahmekapazitäten sei schon in Sicht, berichtet Lukas: „Derzeit richten Arbeiter einige Mannschaftsgebäude der ehemaligen Kaserne her, die einmal bis zu 400 Flüchtlinge aufnehmen können. Die Arbeiten dazu werden sich allerdings bis ins kommende Jahr hinziehen.“

Zunächst ist der Ausbau auf 1300 Betten zu bewältigen. „Dies bringt uns zwar ein Drittel mehr Arbeit, aber zugleich auch ein Drittel mehr Spaß an der Arbeit“, sagt Engel mit einem Augenzwinkern und wertet den Auftrag des Innenministeriums auch als „Vertrauensbeweis“: „Wir Malteser haben bewiesen, dass wir ein solches Lager nicht nur in kurzer Zeit aufbauen, sondern auch dauerhaft mit hoch motivierten und gut ausgebildeten Mitarbeitern betreiben können,“ so Engel. Das Notaufnahmelager in Scheuen ist die erste von inzwischen vier Einrichtungen, die von den Maltesern in der Diözese Hildesheim betrieben werden.