Celle

Celler SPD will autofreie Schuhstraße

Die SPD will die - Schuhstraße auf lange Sicht wieder autofrei machen. Im Rathaus könnte man sich das auch vorstellen. Vorher müsste allerdings der Nordwall ausgebaut werden. Damit wollte die Stadt 2016 beginnen. Ob das klappt? Im Rathaus setzt man hinter - den Termin erste - Fragezeichen.

  • Von Michael Ende
  • 27. Aug. 2015 | 18:55 Uhr
  • 11. Juli 2022
  • Von Michael Ende
  • 27. Aug. 2015 | 18:55 Uhr
  • 11. Juli 2022
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Celle.

Nachdem die Grünen gefordert haben, die Stadt solle verbotenes Autofahren in der Fußgängerzone durch vermehrte Kontrollen bekämpfen und so besonders das Nachtfahrverbot in der Schuhstraße durchsetzen, kritisiert die SPD diese Idee als halbherzig. „Der Ansatz der Grünen, Kontrollen in der Innenstadt zu verstärken, um zu einer verbesserten Verkehrsberuhigung zu kommen, geht an der Hauptursache vorbei“, meint Jürgen Rentsch, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion.

Die SPD hat sich schon mehrfach dafür eingesetzt, Verkehrsberuhigung und auch die Fußgängerzone in Celle auszuweiten. Die SPD-Fraktion hatte sich dafür stark gemacht, die Schuhstraße nicht für den Verkehr freizugeben. Sie sollte nach Meinung der Sozialdemokraten Fußgängerzone bleiben. „Mit der Sperrung der Rathausumfahrung haben wir eines unserer Ziele in Sachen Verkehrsberuhigung damals erfolgreich umgesetzt“, sagt Reinhold Wilhelms, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion.

„Nun ist es an der Zeit, den Nordwallausbau zügig voranzutreiben“, fordert Rentsch. „Denn das ist das eigentliche Problem: Ist erst der Nordwall in beide Richtungen befahrbar, kann auch die Situation in der Schuhstraße und in der gesamten Innenstadt neu betrachtet werden. Operative Hektik im kleinteiligen Bereich führt jetzt zu gar nichts.“

Von Hektik ist im Rathaus wenig zu spüren. Immerhin - ein Problem habe man bereits erkannt, bestätigt die städtische Pressesprecherin Myriam Meißner auf CZ-Nachfrage: „Derzeit ist die Polleranlage in der Schuhstraße defekt und somit außer Betrieb. Grund ist die ausgefallene Steuerungseinheit. Diese ist bestellt und wird durch die zuständige Fachfirma voraussichtlich in der 37. Kalenderwoche eingebaut.“ Dass die Poller nicht funktionierten, sei kein großes Problem. Schließlich gebe es ja Schilder, die auf das nächtliche Durchfahrverbot hinwiesen. Die Stadt appelliert an die Disziplin der Autofahrer: „Von daher wäre es mehr als wünschenswert, wenn sich unsere Verkehrsteilnehmer auch an die Regelungen halten würden.“ Da sie es nicht tun, hatte man seinerzeit die Poller angeschafft.

Bleibt das Warten auf die große Lösung. Könnte man sich im Rathaus die Schuhstraße als Fußgängerzone vorstellen? Wann kommt der Nordwall-Ausbau? 2016 sollten hier doch wie von der Stadt versprochen die Bagger rollen - oder? „Die Frage nach der Weiterentwicklung des innerstädtischen Verkehrs - auch in der Schuhstraße – kann derzeit nicht abschließend beantwortet werden“, sagt Meißner. Erst nach dem Abschluss der Planungen zum Äußeren Ring könne es zu einer „Neubewertung“ kommen. Wann es am Nordwall so weit sei? Eine Jahresangabe ist dazu aus dem Rathaus nicht mehr zu hören: „Angesichts der dazu laufenden liegenschaftlichen Verhandlungen mit den noch verbliebenen Eigentümern und Nutzern kann ein Umsetzungszeitraum nicht verlässlich prognostiziert werden.“