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Blumlage/Altstadt „Wird hier Wohnraum mutwillig zerstört?“
Celle Aus der Stadt Blumlage/Altstadt

Bauhausarchitektur vor dem Abriss: „Wird hier Wohnraum mutwillig zerstört?“

16:51 07.06.2021
Von Andreas Babel
Balken müssen hier stützen: Ende April zeigten WBG-Geschäftsführer Manfred Lork (links) und Stadtbaurat Ulrich Kinder bei einem Pressetermin, wie baufällig die Häuser im Blumläger Feld Nord sind.
Balken müssen hier stützen: Ende April zeigten WBG-Geschäftsführer Manfred Lork (links) und Stadtbaurat Ulrich Kinder bei einem Pressetermin, wie baufällig die Häuser im Blumläger Feld Nord sind. Quelle: David Borghoff
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Blumlage

Die Otto-Haesler-Initiative (OHI) Celle hat auf die politische Diskussion rund um das Blumläger Feld Nord mit einer Stellungnahme reagiert. Dort heißt es beispielsweise: „So weit ist es gekommen, dass sich im Aufsichtsrat der Städtische Wohnungsbau GmbH (WBG) mit dem Abrissbeschluss die Position der AfD zum Blumläger Feld durchsetzt“. Denn es gehe ja nur um „lediglich einer damaligen Wohnungsnot geschuldeten Behelfsunterkünfte in stumpfsinnigster Schuhkarton-Bauweise auf dem Blumläger Feld“, zitieren die Haesler-Aktivisten aus einer bereits Ende April auf einem Celler Internetprotal verbreiteten AfD-Stellungnahme zu diesem Thema.

Geld muss "doch da" sein

Die OHI würde es bedauern, wenn mit dem Abriss der „Kulturwert, der weit über Celle hinausstrahlt“, zerstört werde. Das Geld für das Blumläger Feld müsse „doch da“ sein, heißt es weiter. Die WBG habe schließlich mehr als 20 Jahre lang Sanierungskosten in den jetzt bedrohten Häusern gespart, die sie jetzt einsetzen wolle, um an dieser Stelle besondere Neubauten hochzuziehen – „bloß für solche Häuser ,a la Haesler‘ kommt kein Tourist nach Celle“, meinen Carsten Maehnert, Dietrich Höper und Dietrich Klatt im Namen der OHI. Außerdem hole sich die WBG im Augenblick „durch Neubauten auf dem Grundstück des Blumläger Feldes (Rauterbergweg) zusätzliche Mittel für diese Sanierung herein – und zwar erhebliche Mittel: bei so einer dichten Bebauung würde sich Otto Haesler im Grabe umdrehen“. Zudem stünden Bundesmittel in Höhe von mehreren Millionen Euro zur Verfügung, die nur hier bei der Sanierung des Blumläger Feldes eingesetzt werden können „oder sonst für den Denkmalschutz in eine andere Stadt abwandern“. Und schließlich fragen sich die drei Männer von der OHI: „Wo sind die Mittel geblieben, die die WBG 2003 durch den Verkauf von Grundstücken mit Neubauten auf dem Blumläger Feld (Hugoweg) erzielt hat – oder hatte sie im städtischen Auftrag aus wohnpolitischen Gründen diese Häuser sehr billig verkauft?“ Wenn das zutreffe, dann könne sie jetzt „von der Stadt Nachzahlungen fordern“.

Schäden selbst verursacht?

Rostschäden in den Gebäuden seien „eindeutig“ auf falsche Farben zurückzuführen, die durch die WBG auf die Fassaden aufgebracht und die noch immer nicht beseitig worden seien. Maehnert, Höper und Klatt fragen: „Handelt es sich hier um eine mutwillige Zerstörung von Wohnraum?“

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