Anwohner geschockt

Nachbar bei Brand als Feuerwehrmann im Einsatz

Ein Fachwerkhaus und eine Scheune in Altencelle wurden Raub der Flammen. Fr viele Anwohner ist der Brand Thema fr einen Nachbarn stand alles auf dem Spiel.

  • Von Benjamin Behrens
  • 16. Feb 2022 | 19:27 Uhr
  • 10. Jun 2022
  • Von Benjamin Behrens
  • 16. Feb 2022 | 19:27 Uhr
  • 10. Jun 2022
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Altencelle.

Der Blick wandert prfend ber die verkohlten berreste des Fachwerkhauses und einer Scheune an der Braunschweiger Heerstrae. Dann geht der hochgewachsene Mann mit hellgrauen Haare wieder auf sein Grundstck, an der Leine fhrt er einen kleinen Hund. Kontrollgang, obwohl das Feuer lngst aus ist, es regnet und auch die Feuerwehr Brandwache gehalten hat.

Flammen schlagen aus dem Dachstuhl

"Das macht man automatisch", sagt der 49-jhrige Altenceller. Man macht das automatisch als Nachbar und Mitglied der Feuerwehr Altencelle. Sein rot-weies, holzverkleidetes Haus steht unmittelbar neben dem Gelnde, auf dem am spten Dienstagabend eine Scheune und das angrenzende Fachwerkhaus in Brand geraten waren.

"Aus dem Dachstuhl eines Fachwerkgebudes bestehend aus Wohngebude und direkt anschlieendem Wirtschaftsgebude schlugen Flammen in den Nachthimmel", beschreibt Celles Feuerwehrsprecher Florian Persuhn die Situation. Die Feuerwehr war um 21.45 Uhr alarmiert worden.

Zunchst nur Knall bemerkt

Gegen 21.30 Uhr sa der Altenceller noch in aller Ruhe vor dem Fernseher. Seinen Namen mchte er nicht in der Zeitung lesen und auch zu den Einsatzdetails verweist er als Feuerwehrmann auf Pressesprecher Persuhn. Doch bei aller Ausbildung und Routine die eigenen Angehrigen und das eigene Wohnhaus gefhrdet zu sehen, ist eine Ausnahmesituation.

"Ich habe ein lautes Knallen gehrt. Ich hab aus der Terrassentr geschaut, die geht nach dem Westen raus. Aber auf dem Hof war alles in Ordnung", erinnert sich der 49-Jhrige. Auf dem anderen Nachbargrundstck lebt eine Familie mit drauen spielenden Kindern, ab und an knallen auch spt nachts Autotren.

"Dann bin ich in den Einsatz gefahren"

"Zehn Minuten spter ging mein Pieper. Ich habe mich angezogen, bin zur Haustr raus, da war vor der Tr schon eine riesige Rauchwand. Ich habe gesehen, dass das Gebude schon verqualmt war, aber noch keine sichtbare Flammen", erinnert sich der Altenceller. "Dann bin ich zum Einsatz gefahren und habe noch ber die Freisprecheinrichtung meine Frau angerufen, dass es bei uns nebenan ist und sie auch meine Mutter und die Nachbarn informiert."

Zuerst Maschinenfhrer und Feuerwehrmann

Der Maschinenfhrer kehrt gemeinsam mit den Kameraden der Ortsfeuerwehren Altencelle, Celle-Hauptwache und Westercelle zurck, es ist nun eine Einsatzstelle. 15 Feuerwehrfahrzeuge treffen ein, auch der Rettungsdienst des Landkreises Celle, die Johanniter-Unfallhilfe und die Polizei Celle sind vor Ort, insgesamt sind rund 100 Personen im Einsatz.

Schaden in niedriger sechsstelliger Hhe

Die Scheune neben dem Fachwerkhaus wird vollstndig durch die Flammen zerstrt, der Dachstuhl des Hauses schwer beschdigt. "Dank des schnellen Eingreifens der Feuerwehr konnte eine vollstndige Ausdehnung des Brandes auf das Wohnhaus verhindert werden. Da Teile des Gebudes bereits eingestrzt waren, wurde sich auf eine Brandbekmpfung von auen konzentriert", teilt Persuhn mit. Das Haus war unbewohnt. Die Polizei Celle gibt den Schaden in niedriger sechsstelliger Hhe an. "Die Ursache des Brandausbruchs ist noch unklar. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und den Brandort beschlagnahmt", sagt Polizeisprecherin Birgit Insinger.

Lob fr die Feuerwehr

In Altencelle wird das Feuer ebenso weiter Thema sein. "Man macht sich natrlich Gedanken. Eine Sekunde habe ich berlegt, ob ich hierbleibe. Das ist ganz normal. Aber dann schaltet das Gehirn wieder ein, dann war ich Feuerwehrmann. Ohne Schutzausrstung wrde ich mich selbst in Gefahr bringen", sagt der Nachbar. "Wir haben ganz schn Angst gehabt, dass es rberschlgt. Aber die Feuerwehr war eins a. Ich bin sehr dankbar, dass es so gut geklappt hat", sagt seine Mutter. Auch ihr zweiter Sohn ist bei der Feuerwehr, in Wietzenbruch, ebenso der Schwiegersohn.

Auch Personal aus Hotel gegenber durch Feuer in Sorge

Auch direkt gegenber im Hotel Schaperkrug wandern Blicke und Gedanken zum Brandherd. "Wir hatten Angst, dass es das Hotel ist", sagt Zimmermdchen Nadine Janzen. Freunde aus Altencelle hatten die 32-Jhrige noch in der Nacht ber den Feuerschein aus Richtung ihrer Arbeitssttte informiert. "Gut, dass niemand verletzt wurde", sagt Janzen.