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Altencelle Fische werden wieder zu Freischwimmern
Celle Aus der Stadt Altencelle

Fische werden in der Aller bei Celle wieder zu Freischwimmern

14:45 11.02.2021
Von Andreas Babel
Hier bildet sich so schnell kein Eis: Das Osterloher Wehr stellt für Fische derzeit noch ein unüberwindbares Hindernis dar. Damit soll aber schon im Sommer Schluss sein. Ab August sollen die Allerbewohner wieder wandern können, dann wäre der Fluss „ökologisch durchgängig“.
Hier bildet sich so schnell kein Eis: Das Osterloher Wehr stellt für Fische derzeit noch ein unüberwindbares Hindernis dar. Damit soll aber schon im Sommer Schluss sein. Ab August sollen die Allerbewohner wieder wandern können, dann wäre der Fluss „ökologisch durchgängig“. Quelle: René Stang
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Osterloh

Südlich von Osterloh verhindert eine Wehranlage die „ökologische Durchgängigkeit“ der Aller, wie es im Behördendeutsch heißt. Damit ist gemeint, dass Lebewesen wie Fische diesen Bereich künftig passieren können sollen, ohne dass ihnen etwas passiert. In einem Renaturierungsprojekt soll ein alter Fließgewässerabschnitt durch den Anschluss eines Altarms reaktiviert werden. Somit soll die Aller dann wieder „ökologisch durchgängig“ sein. Auftraggeber ist der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Das Bauprojekt wird von der Firma Mittelweser Tiefbau GmbH & Co.KG umgesetzt. Als Start ist Dienstag, 16. Februar, vorgesehen. Ende Juli sollen die Arbeiten fertiggestellt sein. Während der Bauzeit wird der Aller-Radweg zeitweise gesperrt werden müssen.

Baustraße führt über Alte Poststraße

Die Baustraße, auch für die Bodentransporte, führt über die Alte Poststraße in Richtung Altencelle. Gefördert wird die Maßnahme im Rahmen des ELER-Programms (Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums) mit 1,9 Millionen Euro.

Raugerinne entsteht für Fische

Das Projekt beinhaltet den Bau eines sogenannten Raugerinnes, eines für Fische passierbaren Gewässerabschnitts, der beckenförmig aus 14 Querriegeln mit Natursteinen besteht. Das Raugerinne verbindet auf kurzer Strecke zwei Gewässerstrecken mit unterschiedlichen Wasserspiegellagen und ermöglicht den Fischen trotz des in diesem Abschnitt stellenweise schneller fließenden Wassers die Wanderung.

Für Passanten gibt es eine Brücke

Weiterhin wird der alte Allerverlauf für die Wasserabfuhr von höheren Abflüssen genutzt, so dass auch große Mengen des kostbaren Nass‘ auch bei Hochwasser problemlos abfließen können. Aber nicht nur die Fische können sich über einen, wenn auch rauen, aber ungestörten Wanderweg freuen. Denn neben dem Raugerinne ist auch etwas für die Landbewohner geplant, nämlich der Bau einer Brücke über den vorhandenen Altarm – mit an den Aller-Radweg anschließendem Geh- und Radweg. So haben Naturliebhaber ab Sommer dieses Jahres die Möglichkeit, dieses Schauspiel aus aller Nähe erleben zu können. Damit erhält dieser ohnehin schon schöne Radweg eine weitere Attraktion.

Oliver Gatz 19.01.2021
Svenja Gajek 13.01.2021
Simon Ziegler 03.01.2021